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    <title>Tagebuch der Asienreise von Anne und Martin</title>
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    <description>Tagebuch der Asienreise von Anne und Martin</description>
    <pubDate>Mon, 27 Feb 2012 16:23:01 +0100</pubDate>
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  <title><![CDATA[Wieder Daheim]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1330356181'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1330356181/thumbs/Plakat_Anne_Entwurf_klein.jpg' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Wir sind nicht verschollen, sondern wohlbehalten zurückgekehrt, haben die Fahrräder gut verstaut und sind wieder im schönen Salzkammergut sesshaft geworden.<br/>Von unserer Reise sind uns vor allem viele tolle Erlebnisse und Erinnerungen geblieben, die wir mit Euch teilen möchten. Dazu laden wir euch herzlich zu unserem zweiten! Multimediadiavortrag ein.<br/><a href=" http://www.martin-schmitt.net/vortrag.php?action=plist ">Hier geht es zu den Terminen von unserem Diavortrag</a><br/>http://www.martin-schmitt.net/vortrag.php?action=plist<br/></div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Mon, 27 Feb 2012 16:23:01 +0100</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
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  <title><![CDATA[Villa Polska an der Ostsee]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1309725716'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1309725716/thumbs/DSC03394.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Fragen über Fragen:<br/><br/>Katzen fallen immer auf ihre Pfoten, Marmeladenbrote immer auf ihre Marmeladenseite. Aber, was passiert, wenn man einer Katze ein Marmeladenbrot auf den Rücken schnallt? <br/>Wir haben keine Ahnung!<br/><br/>Und überlebt es eine Katze, wenn man sie mit Schwung aus dem achten Stock eines Danziger Hochhauses wirft?<br/>Wir sehen es live und können berichten, sie überlebt und wird wenig später von ihrem Herrchen wieder “hinauf“ geholt. Wir hoffen jedoch nicht zum erneuten Marmeladenversuch! <br/><br/>Sonntagabend, der 12. Juni 2011. Es hat gerade aufgehört zu regnen und die Sonne kämpft sich durch die letzten sich verziehenden Regenwolken hindurch. Wir sind in Danzig angekommen und können es noch gar nicht fassen. Wir haben es tatsächlich geschafft, innerhalb von 11 Tagen quer durch Estland, Lettland und Litauen bis nach Polen zu radeln. Tolle Klöster, Kaunas und die Masuren, vieles haben wir bewundert, aber trotzdem nur im Vorbeiflug gesehen. <br/><br/>Zugegeben, die Voraussetzungen waren perfekt und der Wettergott meinte es gut mit uns. Die Sonne blechte jeden Tag mit vollster Energie auf uns herunter und zu unseren Pausen fand sich oft ein See, der für die nötige Abkühlung sorgte. <br/>Im Baltikum ist das freie Zelten grundsätzlich gestattet und so bauten wir unser Zelt meistens dort auf, wo es uns gefiel, ohne lange nach einem Campingplatz zu suchen. Badeplätze kamen uns gerade recht. Und für die Einheimischen schienen wir das Normalste der Welt zu sein. <br/><br/>Die letzten 230 km bis zum Campingplatz Milenko/ Koszalin an der polnischen Ostsee gehen wir gemütlich an. Mit einem Tag Vorsprung erreichen wir gerade noch im Trocknen die Villa Polska. Helia, die Schwiegermutter von Martins Schwester hat sich liebevoll einen Ort zum Urlaub machen geschaffen und lässt uns dort wohnen.<br/>Seit langem haben wir wieder ein Dach über den Kopf und genießen den Komfort gemütlicher Betten und fließend warmen Wassers, den Luxus einer perfekt eingerichteten Küche und das Geräusch von Regentropfen, während wir im Warmen und Trockenen sitzen.<br/>Spät nachts und nach langer Anreise, treffen Martins Schwester Andy, mit Ehemann Daniel und ihren drei verschlafenen Töchtern ein. Vor allem die Mädels haben lange vorher Pläne geschmiedet und wollen uns in der kommenden gemeinsamen Woche rundum bespielen. <br/><br/>Am nächsten Morgen steht eine Schokoladenosterhasenarmada vor unserer Tür, die wir erfolgreich überwältigen in dem wir sie vertilgen. <br/>Einen weiteren Tag später treffen auch Martins Eltern, Rudolf und Adelgunde ein. Natürlich haben wir uns alle viel zu erzählen und nutzen die Zusammenkunft, um die verpassten Weihnachts-, Oster- und Geburtstagsfeste nachzuholen.&nbsp;&nbsp;<br/><br/>Leider ist das Wetter nicht mehr so gut wie in den Wochen zuvor. Das tut unserer Stimmung aber keinen Abbruch. Wir machen uns den Wind zum Nutzen und lassen Drachen steigen und sobald die Sonne sich blicken lässt, pilgern wir bewaffnet mit Windschutz, Schaufeln und Eimern durch den Wald zum nahegelegenen Strand. Trotz sehr frischen Wassertemperaturen wagen sich Martins älteste Nichte Sarah, Andy, Daniel und Papa Rudolf in das kühle Nass der Ostsee. Wir beiden, von asiatischen Temperaturen versaut, entscheiden uns nach dem Test mit der großen Zehe, dagegen. <br/><br/>Unsere Strandbesuche hinterlassen deutliche Spuren. Sowohl am Strand als auch an uns. Jeder Sandkonstruktion folgt eine noch ausgefallenere. Dem Bauingenieur Daniel gehen die Ideen nicht aus. Die Krönung der Sandbauwerke ist die mehrstöckige Rollbahnen für Kugeln, an der zeitweise bis zu sechs Personen arbeiten. <br/>Auch für die Zeit zwischen den Bauphasen haben die Hüsam/ Schmitt´s genügend Beschäftigungsmaterial dabei. Bald ziert die Straße am Campingplatz ein ca. 15 Meter langes Kreidegemälde. Und bei abendlichen Ausflügen mit dem Fahrrad werden die Fahrtechniken der Kinder optimiert. <br/><br/><br/>Die gemeinsame Woche vergeht leider viel zu schnell. In der Gewissheit, dass bis zum nächsten Wiedersehen nicht wieder 10 Monate vergehen, nehmen wir Abschied und machen uns ebenfalls auf den Heimweg.<br/>Über den Küstenradweg R10 erreichen wir die Insel Usedom und sind (endlich) zurück in Deutschland.<br/></div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Sun, 03 Jul 2011 22:41:56 +0200</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
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  <title><![CDATA[Via Baltika]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1308824308'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1308824308/thumbs/DSC03286.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Sie sind pünktlich, günstig und einen Wodka zum Abendessen gibt es gratis dazu. Für einen Spottpreis von 300 Euro bringt uns die Rusian Aeroflot nach Lettland, unser Gepäck auch. <br/><br/>Zerknittert, planlos und mit angeschwollenen Flug-Füßen stehen wir nach 17 Stunden Fliegerei um Mitternacht einer freundlichen Dame vom Flughafen Personal in Riga gegenüber. Diese rät uns, auf dem Flughafen zu übernachten, da der Transport in die Innenstadt um diese Uhrzeit und mit unserem ganzen (Sperr)-Gut schwierig sei. <br/><br/>Also beginnen wir mit der Teilprobe unserer neuen Campingausrüstung, jedoch indoor! Unter einer Treppe, gleich neben einem Kaffeeautomaten, richten wir uns ein nettes Nachtlager her, breiten unsere Matten und Schlafsäcke aus und bekommen tatsächlich eine ganze Mütze Schlaf ab. Kurzzeitig überlegen wir sogar, noch eine Nacht zu verlängern. Einen Wecker benötigen wir nicht, denn die Stöckelschuhe der ersten Flugpassagier-Innen klackern uns aus dem Schlaf. Nach zwei Stunden Räder-Aufbau geht es dann endlich los, auf Entdeckungstour durch Osteuropa (´s Supermärkte).<br/><br/>Die Altstadt von Riga gefällt uns sehr gut. Die schön restaurierten Gebäude im mittelalterlichen Stil, die gepflasterten Gassen, belebte Marktplätze und kleine einladende Restaurants und Bars mit Stühlen im Freien, dass alles haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Europa endlich wieder zum Anfassen, wir fühlen uns schon fast wie zuhause.<br/><br/>Nach zwei Tagen in Riga satteln wir im wahrsten Sinne des Wortes unsere Räder. Nach Martins, ist auch mein Sattel, bzw. dessen Befestigungsschraube gebrochen. Den passenden Ersatz finden wir selbst im Laden der 1000 Schrauben nicht. Also müssen wir&nbsp;&nbsp;wieder einmal improvisieren.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br/><br/>Auf den Heimweg begeben wir uns dennoch nicht, sondern fahren einen kleinen Umweg (700 km), um auch Estland und dessen Hauptstadt Tallinn zu besichtigen.<br/><br/>Die Bewältigung der ersten europäischen Kilometer fällt uns wider erwartend schwer. Seit unserem Gepäckzuwachs durch Zelt und co sehen wir von hinten aus, wie LKT´s (Lastkrafttreter, Schwertransporte auf zwei Rädern) und haben echte Schwierigkeiten, unser Hab und Gut auf dem Gepäckträger (max. 25 Kg) zu befestigen. Eine andere Herausforderung, an die wir vorher gar keinen! Gedanken verschwendet haben, heißt Gegenwind und bläst stärker, als wir gefühlt treten können. <br/><br/>Der erste Radtourist den wir treffen, will uns weiß machen, dass die meisten Radfahrer die Autobahn Via Baltika benutzen, um von Riga nach Tallin zu kommen. Wir nicken brav und denken, jeder genießt seinen Urlaub ja anders! In der Überzeugung, dass wir mit „Ihm“ wohl einem „anders Genießer“ begegnet sind, planen wir unsere Strecke auf kleinen ruhigen Nebenstraßen. Nach den ersten 30 Kilometern und gefühlten 50 Kubikmetern inhalierten Staub, erkennen wir unseren Irrtum. Sämtliche Nebenstraßen sind unbefestigt. Aber wir bleiben hartnäckig. Als ein weiterer Waldweg im Sumpf endet und wir bei der Rettungsaktion unserer halb-versunkenen Räder von Mücken aufgefressen werden, geben wir uns geschlagen und fügen uns den Anders-Genießern.&nbsp;&nbsp;<br/>&nbsp;&nbsp; <br/>Auf der Via Baltika erreichen wir die Hansestadt schnell. Der Weg hat sich gelohnt. Tallin begeistert uns noch mehr als Riga und wir können uns nicht satt sehen, an dem toll restaurierten Altstadtbild.&nbsp;&nbsp;<br/>Leider ist Tallin auch sehr teuer. Seit diesem Jahr ist der Euro das offizielle Zahlungsmittel.&nbsp;&nbsp; Uns bleibt der Mund offen stehen, als sie auf dem Campingplatz für ein Stück Wiese zwischen heruntergekommenen Lagerhallen 22 Euro verlangen. Sehnsüchtig denken wir an das günstige Asien zurück. <br/><br/>Tallin ist der nördlichste Punkt unserer Europa-Reise. Von nun an heißt es rein treten, denn schon am 17. Juni wollen wir uns mit Martins Familie in Koszalin an der polnischen Ostsee treffen. </div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Thu, 23 Jun 2011 12:18:28 +0200</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
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  <title><![CDATA[Hongkong- Philippinen]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1306253556'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1306253556/thumbs/DSC03069.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'><br/>Ihr lieben Mitreisenden und Lesenden, lange haben wir euch mit unserem neuen Tagebucheintrag warten lassen. Es wird Zeit, endlich einmal danke zu sagen, für eure Teilnahme, die vielen Rückmeldungen und eure Lobesworte. Das spornt uns an, mehr zu erleben und weiterzuschreiben. Danke!<br/><br/>Auf Wiedersehen China, Auf Wiedersehen Asien!<br/><br/>In einem alten chinesischen Sprichwort heißt es; <br/><br/>„Wenn wir nie die Richtung ändern, steht schon vorher fest,wo unser Weg endet.“<br/><br/>Ob das Sprichwort nun wirklich unsere Spontanität zu einem Richtungswechsel entfacht hat, oder wir einfach nur vor Kälte und Regen fliehen wollten, lassen wir einmal im Raum stehen. <br/><br/>Wir halten es genau drei Tage im Höhenlager Shangrila bei Dauerregen aus, dann verfrachten wir uns und unsere Räder in einen Nachtbus und fahren zurück ins wärmere und trockene Kunming. Am Vorabend beten wir, dass chinesische Sleeper-Busse unlebendiger sind, als die indischen und hoffen, dass uns die Kakerlaken-familie diesmal erspart bleibt. <br/><br/>Jegliche Sorgen sind umsonst. Das Transportmittel ist rein! Stattdessen bringt uns das Ausmaß und Arrangement der Schlafkabinen zum Staunen. Sie sind winzig. In drei Reihen und zwei Stockwerken werden wir Passagiere wie Sardinen in die Blechbüchsen geschichtet. Das Platzangebot ist genau zugeschnitten. Natürlich auf asiatische Körpergrößen. Die höchste Herausforderung besteht also darin, die eigenen Gliedmaßen so in die sarg-ähnlichen Schlafbuchten zu sortieren, dass man nach der Busnacht immer noch das Gefühl hat, sie gehören zu einem. <br/><br/><br/>In Kunming angekommen, stellen wir ernüchternd fest, dass der Bus in nur 13 Stunden die Strecke zurückgelegt hat, für die wir über zwei Wochen benötigt haben. <br/><br/>Mit dem Beginn des Monats Mai bleiben uns noch drei Wochen in Asien, bevor unser Flug von Hongkong nach Riga geht. Mittlerweile zeigt unser Kilometerstand stolze 4500 geradelte Kilometer an und das in weniger als drei Monaten.<br/><br/>Unser Abschied von Asien soll etwas Besonderes sein und somit beschließen wir, von Hongkong aus zwei Woche auf die Philippinen zu fliegen.<br/><br/><br/>Der Zug scheint uns der einfachste Weg zu sein, um mit den Rädern nach Hongkong zu kommen. Vorausgesetzt, man besitzt die Engelsgeduld, um ein Ticket zu jagen. <br/><br/>China ein Land der Gegensätze! Die Chinesen bauen bis zu 10.000 Kilometer Zugstrecke im Jahr, China besitzt den schnellsten Zug der Welt (500 KmH) und eine der höchsten Zugstrecken. Im Kontrast dazu verfügen sie über das umständlichste und älteste Ticketsysteme der Welt. Einfache Onlinetickets und Verkaufsautomaten sucht man vergeblich. Tickets kann man nur in der Stadt kaufen, in der der Zug auch hält und diese auch nur drei Tage im Voraus. <br/><br/>Dafür ist der Service im Zug umfangreich und steht dem des Fliegen in keinster Weise nach. Auch die Terminal zum Einchecken sind gut organisiert, das Gepäck wird durchleuchtet und jedem Wagon steht eine Stewardess zur Verfügung.<br/><br/>In einem zweitägigen Transportmarathon mit Zwischenstopp in Guilin, einmal quer durchs Land, erreichen wir Guangzhou, im Osten von China. Am Gepäckausgabeschalter des Bahnhofes wollen wir unsere Räder abholen, die in einem separaten Gepäckabteil transportiert wurden. Glauben wir. Aber statt der Räder erhalten wir einen Zettel, der aufgrund seiner chinesischen Zeichen für uns wie eine Schatzkarte aussieht. Bei einem gezeichneten „x“ auf der Karte vermuten wir unsere Räder und beginnen mit der zweistündigen Schnipseljagd. Am Zielort angekommen, bringt man uns doch tatsächlich zwei Fahrräder, aber nicht unsere! Bestimmt schütteln wir den Kopf und schicken ihn erneut, mit der Fahrradbeschreibung “TREK-SAU“ , in die Untiefen seiner Lagerhalle. Nachdem wir uns mehrmals fragen; „Werden wir sie jemals wiedersehen?“ erscheint der Herr strahlend mit unseren Rädern in der Hand und überreicht sie uns mit den Worten: „TLEK-SAU“!<br/><br/>In Guangzhou werden wir von einer Schulklassen samt Lehrer angesprochen, ob wir etwas Zeit hätten. Sie möchten mit und an uns ihr Englisch verbessern und ihr Gelerntes anwenden.<br/><br/>Der Lehrer hat einen guten Job gemacht und die noch recht jungen Schüler können sehr gut kommunizieren. Die Chinesen nehmen das Englisch lernen sehr ernst. Es wird prognostiziert, dass es in wenigen Jahren wahrscheinlich mehr englisch sprechende Chinesen geben wird, als englisch sprechende Ausländer. <br/><br/>Wohlgemerkt trafen wir die Schulklasse an einem Sonntag!<br/><br/>Auf der zwei stündigen Busfahrt nach Hongkong trainieren wir den Auf- und Abbau unserer Räder in Rekordzeit. Wir passieren zwei Grenzen und das innerhalb von China, Shenzhen und Hongkong. Jedes Mal müssen wir unsere Räder aus dem Bus laden, zusammenbauen, alles befestigen, durch den Zoll marschieren und danach die ganze Prozedur in umgekehrter Reihenfolge. <br/><br/><br/>Hongkong erschlägt uns mit seinem herrschenden Konsum, den Hochhäusern und dem hektischen Treiben. Wir mieten uns für eine Nacht in ein winziges Zimmer in einem der riesigen Wolkenkratzer ein. Das Zimmer ist fünf mal so teuer, als die bisherigen Zimmer in China und nur ein fünftel so groß. Vorwärts rein und rückwärts raus. Mehr Platz ist nicht! <br/><br/><br/>Obwohl wir uns in Hongkong mitten in China befinden, sind wir trotzdem aus China ausgereist und dürfen auch nicht mehr zurück. Ein Land, zwei Systeme! Auch den chinesischen Yuan akzeptiert hier niemand mehr, sondern nur den Hongkong Dollar. Hongkong und sein Autonomiestatus.<br/><br/><br/>Innerhalb von zwei Stunden erreichen wir schon am kommenden Tag Cebu, auf den Philippinen. Das Inselarchipel besteht aus über 7000 Inseln, von denen ca. 850 bewohnt sind. Leider schaffen wir nur vier von ihnen zu sehen.<br/><br/><br/><br/><br/>Nach einer Rundfahrt auf der Hauptinsel der Visayas, Cebu, bringt uns eine kleine Fähre nach Bantayan. Danach zieht es uns ins Touristenzentrum Boracay. Was zuerst ausschaut wie ein Katzensprung, entpuppt sich als zweitägige Reise mit ständigem Wechsel zwischen Bus und Fähre. Aber der Weg hat sich gelohnt. Wir finden Traumstrände und eine schöne Holzhütte direkt am Strand. Zwar wackelt sie schon ein wenig, weils den Termiten gar so schmeckt, aber wir entscheiden, dass die Statik noch ausreichend ist und ziehen ein. Wir befinden uns am Surferstrand und daher buchen wir gleich einen Kitesurfkurs nebenan. Leider ist die Saison schon zu Ende und das laue Lüftchen reicht grade mal für Trockenübungen. <br/><br/>Zurück in Hongkong beginnen wir mit der Immobiliensuche. Wir wollen uns ein Eigenheim zulegen. Schon nach kurzer Suche werden wir findig, liegen kurz Probe und nennen ab dem Zeitpunkt ein Dreimann-Zelt unser neues Zuhause. Dank der fehlenden Mehrwertsteuer, sind u.a. Campinggegenstände in Hongkong viel günstiger als in Europa. <br/><br/>Voll bepackt mit einer neuen Campingausrüstung und zwei Fahrradkartons machen wir uns bereit für unsere Abreise. Die Mountainbikes zerlegen wir in Einzelteile und quetschen sie in die viel zu engen Rennradkartons.<br/><br/>Wir beenden unsere China Reise mit dem Wiedersehen der Personen, mit denen sie begonnen hat. Mit Lau(l)ra und Maddin feiern wir gemeinsam unseren und ihren letzten Abend in China. Auf Wiedersehen Asien! <br/></div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Tue, 24 May 2011 18:12:36 +0200</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
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  <title><![CDATA[Kunming- Lijiang-Shangrila]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1304497506'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1304497506/thumbs/DSC_4609.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'><br/>Ohhh ja, es gibt sie auch bei uns, die Tage, an denen nicht alles so glatt läuft, wie wir es uns vorstellen. Wenn der Regen nicht aufhören will, uns ins Gesicht zu peitschen, wenn kein Bus uns Asyl gewähren möchte und wenn uns die tonnenschweren Trucks mit Schlamm vollspritzen, uns die Gehörgänge mit lästigem Gehupe frei pusten und wir zu guter Letzt eine schwarze Rußschicht verpasst bekommen. Dann stellt China eine ganz besondere Herausforderung für uns dar! Aber schon am nächsten Tag, im nächsten Tal und mit dem nächsten Lächeln einer bunt gekleideten Chinesin ist alles vergessen und verziehen. Dann macht es Spaß, das China. <br/><br/>Je weiter wir uns Kunming, der Stadt des ewigen Frühlings nähern, desto milder werden die Temperaturen. Der Nebel verzieht sich, die Regenphasen werden seltener und schon bald müssen wir wieder Sonnenschutz auftragen, denn wir radeln im schönsten Sonnenschein. Die hügelige Landschaft aus Mischwäldern, Teeplantagen und Reisterrassen weicht einer farbenfrohen fruchtbaren Hochebene auf deren Feldern jede Menge Grünzeugs, Kohl, Weizen und Kartoffeln angebaut werden. Dabei wird jeder Quadratmeter genutzt. Wir sehen, wie emsig die Bauern mit bloßen Händen die Felder bewirtschaften und mit Ochsen-Gespannen ihre Ernte einfahren. Oft widmen sie uns einen kurzen Augenblick, um uns zu winken, bevor sie sich wieder ihrer schweißtreibenden Arbeit zuwenden. Statt der bunt gekleideten Hani begegnen wir moslemischen Chinesen mit Kopftüchern und entdecken Zwiebeltürme von Moscheen aus dem Stadtbild ragen. <br/><br/><br/>In Kunming gönnen wir uns eine dreitägige Ruhepause und genießen das Überangebot an Konsum und Wohlstand. <br/><br/>Unverhofft stoßen wir in unserem Hostel auf eine altbekannte Kokusnuss: Mr. Odo. Wo er ist, kann auch sein belgischer Begleiter Jonatan nicht weit sein. Unser Wiedersehen feiern wir mit belgischem Duval Bier und beschließen dabei, gemeinsam in bereits erlebter 3ér Radlergruppe weiterzufahren. <br/><br/>Schon am nächsten Morgen quälen wir uns durch den endlos langen Industriegürtel von Kunming´s Norden, der erst nach 70 Kilometern enden will. Wir fahren an einem LKW Stau vorbei und uns wird mal wieder der Unterschied zwischen dem deutschen und dem chinesischen Umweltbewusstsein verdeutlicht, als wir den Müll zu allen Fensterseiten heraus fliegen sehen. <br/><br/>Am Ende dieses staubigen Tages haben wir zum ersten Mal Probleme bei der Herbergssuche und werden von jedem Hotel abgelehnt. „Nicht haben“, ist die einzige Begründung die wir erhalten. „Nein“ oder „Ja“ gibt es im Manderin (der chinesischen Sprache) nicht. Man will sich die Bürokratie ersparen und lehnt deshalb Touristen ab, erfahren wir später von einem Chinesen. Aber wir bleiben hartnäckig und bekommen nach langer Suche ein Zimmer für den gewohnten Preis von 2-3 Euro pro Nase. <br/><br/><br/>Mit zunehmenden Höhenmetern fahren wir auf immer einsameren Straßen und durchqueren Bilderbuch-Dörfer, die ihren alten chinesischen Charakter bewahren konnten. <br/><br/>Zu einem solchen Dorf gehörte einst auch Dali am Erhai-See, dass inzwischen zu einer Touristenstadt mutiert ist. Wie in so vielen chinesischen Städten trügt das Bild der Altstadt. Alt ist hierbei nur ein Synonym für das Touristenzentrum. Die meisten Städte wurden von den Bauherren komplett platt gemacht und im alten einheitlichen Vorzeige-Stil wieder aufgebaut. Zugegebenermaßen sieht alles sehr schön und täuschend echt aus. Im Gegensatz zu anderen städtebaulichen Sünden lässt es sich hier gut aushalten und zieht viele Besucher an. <br/><br/><br/>Gerade rechtzeitig erreichen wir Dali und können das größte Spektakel der Stadt, den Minderheiten-Markt, besuchen. Eingelegte Krokodilhoden, geschmorte Affenschädel und gefärbte Küken werden zum Kauf feil geboten. Die Verkäufer, armlose Künstler die mit dem Mund malen und zahnlose Alte, formen das Marktbild und machen den Besuch zu einem Erlebnis, auch wenn wir ihn mit leeren Händen verlassen.<br/><br/><br/>Auf Gleichgesinnte treffen wir in Dali´s Innenstadt und werden von der dreiköpfigen malaysisch -chinesische Radlergruppe zum Abendessen einladen. Eine gute Gelegenheit, um das auszuprobieren, was uns unser chinesischer Schmalspur- Knigge gelernt hat: Nicht gleich bei ersten Mal annehmen, sondern erst nach drei Mal fragen. Es funktioniert und wir verbringen einen interessanten internationalen Abend! <br/><br/><br/>In wahre Schlamm-Monster verwandeln wir uns an den zwei Regentagen auf dem Weg in die Unesco-Weltkulturerbe-Stadt Lijiang. LKW´s und nicht vorhandene Schutzbleche tragen dazu bei, dass wir die Tarnfarbe der Umwelt annehmen und somit aussehen, wie die letzten Schweine (schmutzig waren wir übrigens auch). Grau in Grau erreichen wir Lijiang und müssen uns erst einmal säubern, bevor man uns Asyl gewehrt. <br/><br/><br/>In Lijang befinden wir uns nach sieben Monaten wieder an den Ausläufern des Himalayas. Diesmal auf der süd-östlichen Seite. Wir sind wieder umgeben von schneebedeckten Bergspitzen, die Gesichtszüge der Menschen kommen uns bekannt vor und bald entdecken wir die ersten Yaks. Die Umgebung wird noch höher und noch einsamer und wir sind umzingelt von einem atemberaubendem Panorama. <br/><br/><br/>Auf der Fahrt zur Tigersprung-Schlucht stellt sich uns unerwartet das tiefe Tal des Yangtse´s in den Weg. Uns bleibt keine andere Wahl und so balancieren wir uns und die voll bepackten Räder einen schmalen Pfad hinunter zu einem Bretterhaufen, den sie als Fähre bezeichnen. Auf der gegenüberliegenden Seite angekommen, stellen wir fest, dass das der einfachere Teil war. Wir entfernen unser Gepäck von den Rädern und wuchten unsere Fracht einzeln den Pfad hinauf. Die Flussüberquerung dauert 3 Stunden und als wir nach 12 km im Gasthaus der Tigersprung-Schlucht ankommen, sind wir fix und fertig.<br/><br/><br/>Auf der schönsten Etappe seit Radl Beginn, nach Shangrila, bezwingen wir einen Bergpass nach dem anderen und legen eine Rekordanzahl an Höhenmetern zurück. Das erste Mal radeln wir auf 3800 Metern, da fällt das Atmen deutlich schwerer. Hier oben zeigt sich Yunnan´s Frühling in seiner vollen Blühte und in den schönsten Farben. Der Preis der Idylle wird uns zum Nachteil und wir finden nicht einmal eine Kneipe für die Mittagsrast. Dank Jonatan´s Campingequipment können wir uns ein paar Nudeln zubereiten und erreichen nach 110 km und 2000 Höhenmetern erschöpft unser Endziel, Shangrila.<br/></div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Wed, 04 May 2011 10:25:06 +0200</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
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  <title><![CDATA[Jinghong-Reisterrassen von Yuanyang]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1302861727'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1302861727/thumbs/DSC02512.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>  <br/>Mit großer Spannung nähern wir uns am 26. März der chinesischen Grenze bei Mohan. Hinter einer letzten laotischen Kurve ragen plötzlich Hoteltempel und Casinos der Grenzstadt Boten in die Höhe. Wir sind völlig überrascht von diesem Anblick, denn keines der Häuser, die wir in einem Monat Laos gesehen haben, bestand aus mehr als drei Stockwerken. Wir verprassen unsere letzten Kip und holen uns danach einen „Used-Stempel“ beim laotischen Zollmenschen ab. <br/>Quasi schon ausgereist und gedanklich von Süd-Ost-Asien verabschiedet, pfeift uns ein laotischer Grenzbeamter zurück und lässt uns an einem kleinen Machtspiel namens Schikane teilhaben. Bösen Blickes weist er uns darauf hin, dass wir ein Stoppschild missachtet haben, das eindeutig aussagt, dass wir unsere Drahtesel über den 100 Meter langen Grenzstreifen hätten schieben müssen! Er befiehlt uns umzukehren, um die Schiebe-Kür richtig durchzuführen. Wir können uns ein Lachen nicht verkneifen. Wo ist sie, die versteckte Kamera? Als seine Reaktion ausbleibt, tun wir wie uns geheißen. Seinen schneidenden Blick spüren wir noch lange in unseren Rücken. <br/><br/>Wie bereits erwartet, stehen wir nach wenigen Metern vor einem imposanten, architektonisch modernen Gebäudekomplex, der die chinesische Grenze darstellt. Im sterilen Innenleben finden wir einen einsamen Grenzbeamten vor, der kein Wort Englisch spricht. Aber es geht auch ohne Worte. Nach dem wir formell eingereist und registriert sind, dürfen wir zwischen vier Knöpfen wählen, um seine Arbeit zu beurteilen. Die Palette reicht von totally zufrieden, bis gar nicht satisfied und wir fragten uns später, was uns wohl zugestoßen wäre, wenn wir letzteren gedrückt hätten?!<br/>Gleich nach der Grenze bekommt die Szenerie ein neues Gesicht. Vor uns erstreckt sich ein nagelneuer, zweispuriger Highway, mit kilometerlangen Brücken, gut beleuchteten Tunneln und großen Schildern auf denen es heißt: Fahrräder verboten! Etwas abseits vom Geschwindigkeitsrausch entdecken wir die alte Straße Nummer 213, die fast verkehrsfrei durch kleine Dörfer und entlang von Bananenfeldern führt. Mit einsetzendem Regen erreichen wir Mengla und checken mit viel Deutungs-Kunst in das erste auffindbare Hotel im Ort ein. Bereits hier steht fest, dass wir ein chinesisches Wörterbuch benötigen, denn Englisch versteht hier keiner.<br/><br/>Der erste Morgen in China begrüßt uns mit starkem Regen und so machen wir uns auf die Suche nach dem Busbahnhof. Jeder der Befragten gibt uns eindeutige Handzeichen und so werden wir von dem Einen 2 km in die eine Richtung geschickt, bevor ein Anderer genau in die entgegengesetzte deutet. Als uns das Spiel zu nass wird, zeigen wir einem Busfahrer, der gerade seinen Bus betankt, wohin wir wollen. Dieser grinst, öffnet die Heckklappe und verlädt unser Räder ins Businnere. Natürlich verstehen wir kein Wort von dem, was er uns sagen will und so warten wir geduldig ab. Unsere Fahrt geht zuerst zum Busbahnhof, wo uns der freundliche Busbegleiter Fahrkarten organisiert, die Räder werden kostenlos mitgenommen. Nach einer Stunde des Wartens, fahren wir dann tatsächlich los und erreichen Jinghong im Trockenen.<br/>In Jinghong laufen uns zwei bekannte Weiß-Gesichter über den Weg. Laura, die originale Luxemburgerin (durch deren Abwesenheit Luxemburg max. noch 499 000 Einwohner zählt) mit ihrem Freund Martin. Mit beiden haben wir unsere letzten Tage in Laos verbracht. <br/>Nach zwei Tagen Eingewöhnung in der Tourismusstadt, dem obligatorischen Fahrradladenbesuch und dem Kauf eines „Phrase-Books“ (Wörterbuches), machen wir uns ohne Straßenkarte auf den Weg ins Hinterland von der Provinz Yunnan. Unser grobes Ziel sind die Reisterrassen von Yuangyang. Es wird eine abenteuerliche Etappe, auf die wir uns begeben, denn kein einziges Schild gibt uns brauchbare Auskünfte, nicht einmal Ortsschilder sind auf Latein geschrieben. Morgens beim Losfahren wissen wir nur, in welcher Entfernung wahrscheinlich eine größere Ansiedlung mit Schlafmöglichkeiten kommt. Aber wir haben Glück und wir finden immer ein Bett. Die Hotels reichen von stark verfallenen, kommunistischen Bruchbuden bis hin zu nagelneuen Tempeln, deren Zimmer sogar mit Computern und Animations-Utensilien ausgestattet sind. Neben dem obligatorisch gestellten Tee und diversen Hygieneartikeln wie Zahnbürste und Duschbad, stellt ein Hotel sogar ein vielseitiges Sortiment an Sexual- Accessoires für jeden! Notfall bereit. Alle Hotels haben gemeinsam, dass es bis spät in die Nacht laut und unter viel Alkohol zugeht. Des Öfteren werden wir durch chinesische Eindringliche geweckt, die irrtümlich versuchen in unser Zimmer zu stürmen. Dank der Vorhängekette werden diese Pläne vereitelt. <br/><br/>Unser Weg führt uns durch eine sehr ländliche, touristisch unerschlossene Gegend. In den kleinen Dörfer sehen wir bunt gekleidete Frauen, die mit Körben auf dem Rücken Tee pflücken und Bauern, die ihre Wasserbüffel auf die Felder treiben. <br/>Stärker als je zuvor spüren wir, wie überrascht die Eingeborenen von dem Anblick zweier „Langnasen“ sind. Oft hören wir das grüßende „Hello“ lange nachdem wir die Leute passiert haben. Ein Zeichen dafür, dass sie erst viel später aus ihrer Erstarrung, die wir ausgelöst haben, erwacht sind. Offene staunende Münder, in denen sich beachtliche Gold- und Silberschätze befinden, sehen wir am Wegesrand. <br/>Am Schlimmsten trifft es aber einen jungen Wasserbüffel, der bei Martins Anblick nicht weiß, was er machen soll und vor Schreck umfällt, sich blitzschnell wieder aufrappelt und panisch zum Muttertier flüchtet. <br/><br/>Obwohl wir kein einziges Wort verstehen, brabbeln sie munter auf uns los. Vielleicht lässt sie unser chinesischer Gruß, „Ni Hau“ vermuten, dass wir ihre Sprache beherrschen. Nach der Devise; “Lächeln und Winken“ versuchen wir, die Situation best-höflichst zu meistern.<br/><br/>Ein Gefühl der Isolation macht sich breit, als sämtliche Kommunikationsversuche mit der Außenwelt scheitern. Für das öffentliche Internetcafé fehlt uns die staatliche ID Karte und mit der teuer erstandenen Telefonkarte können wir nicht ins Ausland telefonieren. In Städten finden wir schließlich doch eine Möglichkeit, das WWW zu benutzen, wenn auch eingeschränkt, denn Plattformen wie z.B. Facebook sind gesperrt. <br/><br/>Unser Vorankommen ist ein schweißtreibendes Unterfangen. Das Streckenprofil gleicht einer Krone. Kaum haben wir einen 2000 m hohen Gipfel erklommen, stürzt sich die Straße in ein tiefes Tal um sich danach erneut in großen Serpentinen wieder hinauf zu schlängeln. Aber jede Schweißperle ist ihre Mühe wert, denn es bieten sich gigantische Aussichten über noch höhere Gipfel und Hänge mit Reisterrassen.  <br/>Nach 11 000 chinesischen Höhenmetern und dem ersten Paar abgenutzten Bremsbacken, erreichen wir die Reisterrassen von Yuanyang und sehen nach 10 Tagen den ersten westlichen Touristen. <br/>Die mit Wasser gefüllten Terrassen zeigen sich uns in ihrer ganzen Pracht. Sowohl in der Abendsonne, als auch ganz kurz am nächsten Morgen. Aber schon kurz danach umschließt uns ein dichter Nebel, der uns weitere zwei Tage in seinen Fängen hält. Wir freuen uns über die Belohnung, die golden leuchtenden Terrassen gesehen zu haben. Andere haben fünf Tage im feuchten Dunst verbracht, ohne sie einmal zu Gesicht bekommen zu haben.  <br/><br/></div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Fri, 15 Apr 2011 12:02:07 +0200</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
  <category>news</category>
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  <title><![CDATA[Luang Prabang-Nong Khiaw-Luang Namtha]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1301065255'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1301065255/thumbs/DSC_1349.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Die Strecke von Vang Vieng nach Luang Prabang ist in aller Radlermunde bekannt. Nicht nur wegen der tollen Ausblicke, sondern auch für seine schweißtreibenden Anstiege. Wir planen für die Etappe drei Tage ein und haben am ersten Tag nur ein Ziel vor Augen. Die heißen Quellen in der Nähe von Kasi. Die erste “Badewanne“ seit Monaten. Schon am frühen Nachmittag erreichen wir diese und strahlen noch mehr, als wir die kleinen gemütlichen Bungalows nebenan erblicken. Doch bevor sich unsere strapazierten Gliedmaßen im warmen Quellwasser erholen können, bekommen unsere Räder von Martin ihren ersten Rund-Um-Service, werden geölt was das Zeug hält und auf Hochglanz poliert. Diesen Wartungsvertrag haben wir beim Rad Kauf stillschweigend miteinander vereinbart. Ich habe vereinbart, Martin schwieg. <br/><br/>In einer Gruppe aus fünf gut gelaunten, porentief gereinigten Radlern (Belgier John und die Langzeitradler Matthias und Veronika) bezwingen wir am nächsten Tag den ersten großen Pass. 30 Km bergauf in dreieinhalb Stunden, na Servus, bereits zum Mittag brennen unsere Wade(l)n. Erst nach Sonnenuntergang und 85 km mit 1800 Hm erreichen wir an diesem Abend den einzigen Ort mit Gästehäusern. Eines ist schäbiger als das andere. Aber wir haben keine andere Wahl und suchen uns das geringste Übel aus, was uns nach einem Schlummerbier auch nichts mehr ausmacht. <br/>Der dritte Tag beginnt mit einer einstündigen 25 km langen Abfahrt und einem überwältigenden Ausblick auf das hügelige grüne Umland. Nach einer weiteren anstrengenden Tagesreise rollen wir in die ehemalige Hauptstadt von Laos, in Luang Prabang, ein. <br/><br/>Das Unesco Weltkulturerbe-Städtchen liegt malerisch eingebettet wie eine Halbinsel zwischen den Flüssen Mekong und Nam Khan. Ein goldener Tempel, große französische Villen, ein Nachtmarkt, gemütliche Restaurants, eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten und das Warten auf unser China-Visum sorgen dafür, dass wir eine ganze Woche bleiben. <br/><br/>Eines nachmittags wird unser Schwitzen bei 40 Grad durch ein paar Regentropfen unterbrochen. Zuerst freuen wir uns über die erfrischende Kühle und das beruhigende prasselnde Geräusch auf dem Wellblechdach. Einen richtigen lang anhaltenden Regen hatten wir zuletzt vor sechs Monaten in unserem Flitterurlaub mit Doro und Daniel auf Bali. Aus dem kurzem Schauer wird ein viertägiger starker “Schnürl-Regen“. Frierend wühlen wir nach unseren warmen Socken, Pullovern und langen Hosen, die wir größtenteils ausgemustert haben. Die Nächte werden noch ungemütlicher, denn die Bettdecken bestehen aus einfachen Laken. Mit der bitteren Nachricht, dass es in Österreich derzeit wärmer ist als bei uns, flüchten wir ins Dampfbad der Rot-Kreuz-Sauna. Dort drängen wir uns wie Ölsardinen in eine dunkle enge Kammer mit acht weiteren Homosapiens, deren Anwesenheit wir zwar hören, aber vor lauter Dampf nicht sehen können und beginnen mit dem Auftauprozess. <br/><br/>Mit dem Ende des Regens erhalten wir die erhofften 60 Tage China Visa (30 sind laut Agentur nur möglich) und nehmen ein Boot, dass uns auf den Flüssen Mekong und danach Nam Ou von Luang Prabang ins nördlich gelegene Dorf Nong Khiaw schippert. Die Bootstour ist ein wahres Erlebnis, nicht nur wegen der schönen vorbeiziehenden Landschaft und der brettharten Holzstühlchen. Der Kahn leckt auch noch an mehreren Stellen und wir müssen einige Male anhalten, um die undichten Stellen zu reparieren. <br/><br/>„Wer rastet, der rostet ...“ nach so langer Pause nehmen wir unsere leicht eingerosteten Räder wieder in Betrieb und setzen unseren Weg noch etwas klamm in Richtung der chinesischen Grenze fort.<br/>Wieder fahren wir durch wenig frequentierte, wunderschöne grüne Landschaft und durchqueren einsame Dörfer mit herzlich lächelnden, winkenden Laoten. Wenn die Sonne am höchsten steht und der Mittagshunger sich meldet, schwindet unser Interesse an der Dorfidylle jedoch und wir hoffen auf eine größere Siedlung, um dem örtlichen Suppenkasper zu entkommen. Denn Nudelsuppe und sticky rice (Klebereis) sind oft die einzige Mahlzeit, die es im Dorf gibt. Da verwundert es uns nicht, dass das Angebot mancher Straßenhändler alles beinhaltet, was kreucht und fleucht und sich nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht hat. Fledermäuse, Bisamratten, Meerschweinchen, Vögel, Otter, usw... alles wird von den Laoten aufgespießt, gegrillt und zum Verzehr feilgeboten.<br/>Es hat sich also als sehr nützlich erwiesen, dass einer von uns bei der Essenszubereitung in der offenen Küche Wache steht und somit vermeidet, dass einer der oben genannten Erdbewohner in unserer Suppe landet.<br/><br/>Auch nachdem sich unsere Wege von John, Matthias und Veronika getrennt haben, vergeht kein Tag, an dem wir keine anderen Radfahrer treffen. Kommen sie uns entgegen, wird auch in der größten Mittagshitze gestoppt und ein Schwätzchen gehalten. Sind sie in die gleiche Richtung unterwegs, fahren wir gemeinsam. Somit wird es nie langweilig und es findet ein reger Austausch über gute Unterkünfte und Streckenverhältnisse statt. <br/><br/>Auf unseren letzten 200 Kilometern in Laos können wir jede Phase des Straßenbaus hautnah miterleben. Die chinesischen Nachbarn sind fleißig dabei die Infrastruktur zu erweitern. Erst schlucken wir Staub und inhalieren den Dreck, danach hoppeln wir über eine Kiesbettpiste und bevor wir das Endprodukt testen dürfen, gibt es eine starke Brise Teergeruch. <br/><br/>Die letzte Provinz, die wir in Laos bereisen, heißt Luang Namtha. Sie ist bekannt für ihren Ökotourismus und den schönen Nationalpark, den wir auf einem gepäckfreien zwei Tagestrip erkunden. An unserem vorletzten Abend in Laos gibt es nochmal Action. Wir treffen uns mit allen Gäste mehrmals im Garten, da das Haus schwankt. Nein, das Beben kommt nicht von zu viel Bier Lao oder Lao Lao (dem einheimischen Reisschnaps), sondern von einem Erdbeben dessen Epizentrum ganz in der Nähe, in Myanmar liegt. Noch zweimal wiederholen wir das Spiel an diesem Abend und erleben somit bereits das vierte Erdbeben in Südostasien innerhalb kürzester Zeit. <br/>Laos hat uns durch seine Landschaft begeistert, uns gezeigt, wie spartanisch und trotzdem glücklich die Menschen leben können. Wir sind hier zu mehrfachen Millionären gemacht worden, denn 100 Euro sind 1.000.000 Kip.<br/>Morgen überqueren wir die Grenze in ein Land, dass auf das wir sehr gespannt sind. Wir hoffen, uns weiter regelmäßig melden zu können und geben uns Mühe, durch die Zensur zu kommen.</div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Fri, 25 Mar 2011 16:00:55 +0100</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
  <category>news</category>
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  <title><![CDATA[Nong Khai-Vientiane-Vang Vieng]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1299997405'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1299997405/thumbs/DSC02301.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Im Schatten von Laos grünen Bergen nehmen wir Ende Februar im Pedalen-Sturm-Tritt unsere letzten thailändischen Kilometer in Angriff. Unsere Strecke führt flussabwärts am Mekong entlang, der sich als natürliche Landesgrenze in weiten Bögen durch eine Reisfeld grüne, Bananenstauden gesäumte Landschaft schlängelt. Während des schweißtreibenden bergauf und bergab wünschen wir uns oft, mal kurz in das kühle, bräunliche Mekong- Nass zu unserer Linken zu hüpfen, doch es bietet sich keine Möglichkeit. Die Strömung ist zu stark. <br/><br/>Mit Beginn unseres siebten Reisemonats überqueren wir die laotische Landesgrenze und erhalten einen neuen Seiten- füllenden Sticker in unserem Pass-Album. <br/><br/>Unser erster Eindruck kann am Besten mit den Worten des Lonely Planet Reiseführers wiedergegeben werden: „Wenn Thailand, Vietnam und Laos Tuk-tuk-Fahrer wären, dann würde der Thailänder einen unterwegs an einem Seidengeschäft vorbeibringen und der Vietnamese einen vor Eifer fast überfahren. Den laotischen Fahrer müsste man dagegen erst einmal finden, ihn aufwecken und dann davon überzeugen, dass es etwas zu tun gibt.“<br/>Nachdem wir einschließlich unserer Vietnam-Radtour 2006 alle drei Länder “durch-radelt“ haben, können wir dem nur zustimmen.<br/><br/>Zur Begrüßung werden wir von zwei Schilder gewarnt. Das erste lernt uns nach 180 Tagen umdenken, denn es herrscht wieder Rechtsverkehr. Das zweite warnt bildlich vor amerikanischem Streugut in Form von Bomben, die immer noch in gravierender Menge im Land verteilt liegen und große Flächen nicht nutzbar machen. <br/><br/>Bereits auf den ersten 20 Kilometern in die Hauptstadt wird uns die geringe Auswahl der Fahrrad-tauglichen, asphaltierten Pisten im Land bewusst. Von roter Erde angestaubt, erreichen wir zwei Rothäute Vientiane, das soviel Charme wie ein Sack Kartoffeln versprüht. Es ist wahnsinnig heiß und die Heimat vieler gefräßiger Mücken, die großes Vergnügen an uns finden. <br/><br/>Sofort spüren wir auch den französischen Einschlag, den wir an der zunehmenden Baguette-Dichte, der verbesserten Kaffeequalität und des schwindenden Nescafe- Angebotes messen. Dinge, für deren Einführung wir unserem Nachbarland sehr dankbar sind. Merci! <br/><br/>Nur der vorhergesagte städtische „Wohlfühlfaktor“, der will bei uns rein gar nicht in die Höhe schnellen.<br/><br/>Statt monumentaler Denkmäler weckt ein neuzeitliches Fitness-Studio mit Schwimmbad unsere Aufmerksamkeit, in dem wir für 6,50 Euro einen Tag lang Gast sein dürfen. Während des abendlichen Aerobic-Kurs werden vor allem unsere Lachmuskeln trainiert. Wie ein aufgezogenes Duracell- Häschen hüpft eine Laotin auf der Bühne vor und unter ca. 80 Frauen versucht ein einzelner männlicher “Farang“ (Ausländer) mit geringem Rhythmusgefühl aus Zell am Main (Zitat Martin !!) verzweifelt, das Gezappel nachzuahmen. Jegliche Strapazen werden im Anschluss durch eine einstündige Massage und zwei Saunagänge belohnt. <br/><br/>Mit einem kräftigen Muskelkater brechen wir am nächsten Morgen in den nördlichen Teil von Laos auf. Auf der Strecke durch das als El Dorado für Fahrradfahrer bezeichnete Gebiet, treffen wir auf die verschiedensten Extreme an Radtouristen. Wir lernen das deutsche maximal bepackte Pärchen Matthias und Veronika kennen, die seit 2,4 Jahre unterwegs sind und noch lange nicht an eine Heimkehr denken. Und einen irischen Rennradfahrer, der mit einen 6 Kilo-Mini-Rucksack auf seinem Rücken das Motto vertritt, was für einen Tag ausreicht, wird auch für sechs Monate genügen. Unser Gepäck wiegt vergleichsweise zwischen 20 und 25 Kilo. <br/><br/>Je weiter wir uns in de Norden wagen, desto schöner und bergiger wird die Landschaft. Karstfelsen aus Kalkstein ragen in den blauen Himmel. Wir fahren durch kleine Bergdörfer und erleben, wie spartanisch die Laoten in dünnwandigen Bambushütten leben und wie aufwendig sie jeden Liter Wasser aus dem Dorfbrunnen pumpen. Freudig klingen uns „Sabaidee“-Rufe entgegen und Scharren von Kindern strecken uns am Straßenrand erwartungsvoll ihre schmutzigen Hände entgegen, um ein „High five“ einzukassieren, das sie natürlich auch erhalten. <br/><br/>Kurz vor unserem Ziel Vang Vieng radeln uns zwei Barbiepüppchen auf rosaroten Fahrrädern entgegen. Wir machen uns noch lustig, über die in unseren Augen ungewöhnlichen Touristinnen, als wir plötzlich mittendrin sind, im Partytrubel. Wir fahren durch das laut beschallte Dorf Vang Vieng, auf dessen Hauptstraße halbnackte, bunt bemalte und sturzbetrunkene Touristen torkeln und verzweifelt ihr Gästehaus suchen. Etwas geschockt vom plötzlichen Wandel der Kulisse, flüchten wir auf die andere Seite des Flusses, wo wir etwas Abstand von Laos touristischer “Hauptattraktion“, dem Tubing, finden. In Gummireifen kann man hier nämlich flussabwärts treiben und voll laufen lassen.<br/><br/>Trotz allem verführt uns die Bilderbuchumgebung, eine blaue Lagune und das Kletterparadies zum bleiben. Wir sammeln Kräfte für die nächste anstrengende Etappe mit vielen Höhenmetern. <br/><br/>In Belgisch-deutscher Formation beginnen wir zu fünft die nächste, Höhenmeter intensive Etappe nach Luang Prabang.</div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Sun, 13 Mar 2011 07:23:25 +0100</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
  <category>news</category>
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  <title><![CDATA[Phitsanulok-Mae Sae-Den Sai]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1298698833'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1298698833/thumbs/DSC02232.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Jaaaa wir san mit´m Radl da, jaaaaa wir san mit´m Radl da,<br/><br/>Obwohl wir an unseren ersten Radltagen bereits sehr früh in den Satteln sitzen, trällern wir frisch und munter die bekannten Zeilen vor uns hin. Wir strahlen vor&nbsp;&nbsp;Freude, die Idee zum Radkauf wirklich umgesetzt zu haben und können unser Glück von Unabhängigkeit kaum fassen. Unsere Laune steigt mit zunehmenden Kilometern, denn wir werden ständig gegrüßt, bekommen ein fröhliches „Sawadikaa“ (Hallo) zugerufen und sehen nach oben gestreckte Daumen, die uns entgegenfliegen. Eine Hand am Lenker muss genügen, denn mit der anderen sind wir am zurück winken. Wir werden wahrgenommen und nehmen wahr, denn das Leben in Thailand spielt sich hauptsächlich draußen im Freien ab.<br/>Unsere Route führt uns über meist ruhige Nebenstraßen in den Norden, nach Chiang Mai durch Orte, die wahrscheinlich wenige Reisende zuvor gesehen haben. Das interpretieren wir zumindest aus den Gesichtsausdrücken der Winkenden, wenn sie uns voll bepackte Langnasen mit dem Vehikel daher kommen sehen, das sie schon längst gegen Moped und PKW getauscht haben. <br/>Thailands Straßennetz ist gut ausgebaut und die Straßen besitzen einen Seiten-Moped- bzw. Fahrradstreifen, auf dem wir sicher unsere Kilometer zurücklegen. <br/> <br/>Schon bald können wir die Hinweisschilder auf Unterkünfte trotz unlesbarer Thai-Schrift erfolgreich identifizieren. Ab spätestens 14 Uhr freuen wir uns über jedes „24“- Schild, dass uns hoffentlich auf einen seriösen Bungalow, statt auf ein Krankenhaus oder ein Stundenhotel aufmerksam macht. <br/>Um bei der Nahrungsaufnahme in Restaurants und in Straßenküchen mit entscheiden zu können, warten wir nicht auf die unleserliche Speisekarte, sondern halten unsere selbst kreierte hin. Auf der sind die vegetarischen Gerichte markiert und wir entkommen meistens! den undefinierbaren Tieren, die in Thailands Suppen umher schwimmen.&nbsp;&nbsp; <br/><br/><br/>Nach sechs straffen Eingewöhnungstagen und einem pausierten in Chiang Mai, verladen wir unsere Räder in einen Bus und lassen uns an die Grenze von Myanmar fahren. Wir wollen unsere Aufenthaltsgenehmigung für Thailand&nbsp;&nbsp;verlängern. Dazu müssen wir das Land erst verlassen um danach via Land- oder Luftweg wieder einzureisen. Möglichkeit Nummer drei wäre ein Visum, aber von der Botschaft eines anderen Landes aus. Zu kompliziert! Wir wählen die erstere Variante und dürfen somit 15 Tage länger bleiben.<br/><br/>Wir überlegen lange, ob wir das ehemalige Birma in unser Programm einschieben sollen und entscheiden uns dagegen. Die bewilligte Aufenthaltsdauer beträgt nur 13 Tage und auch der Bewegungsradius wird von der Regierung vorgegeben. Ganz oder gar nicht sagen wir uns! Der Gang über die Freundschaftsbrücke beider Länder und zurück nach Thailand dauert nur wenige Minuten und kostet uns 12 Euro. Damit können wir einen persönlichen Aufenthaltsrekord in einem Land von 2 Minuten aufstellen und eine weitere Reisepass-Seite ist voll gestempelt.<br/><br/>Über das Goldene Dreieck, dem Länderdreieck von Myanmar, Laos und Thailand radeln wir Richtung Südosten, um die laotische Grenze bei Vientiane zu überqueren. <br/><br/>Außergewöhnliche Begegnungen mit herzlichen Menschen lassen keine Zweifel aufkommen, dass es richtig war umzusatteln. Wir bekommen Obst und Wasser geschenkt, werden von Wildfremden zum Essen eingeladen, kriegen unsere Wäsche gewaschen und nehmen Einblick in das thailändisch Leben, wie es uns kein Reiseführer nahe bringen könnte. Der Bürgermeister eines Dorfes öffnet sogar extra sein Restaurant wegen uns stark transpirierenden und will kein Geld für die Speisen annehmen. Das tollste Erlebnis ereignet sich am Ende eines 100 km Tages, an dem wir müde nach dem Weg zu einer Unterkunft fragen, deren Existenz wir bereits in Frage stellen. Die Befragte stellt sich als deutsch-sprechende Thailänderin Aree heraus und holt ihren deutschen Ehemann Klaus und zwei Gläser Wasser herbei. In Kürze sorgt Aree für zwei Betten für uns und lädt uns zu einem tollen Abendessen mit heimeliger Atmosphäre ein. Überwältigt von der Gastfreundschaft, einem leckeren Frühstück im Bauch und haufenweise Wegzehrung im Gepäck verabschieden wir uns am nächsten Tag von den Stoltmann´s aus Frankfurt am Main und fahren weiter den Laoten entgegen.</div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Sat, 26 Feb 2011 06:40:33 +0100</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
  <category>news</category>
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  <title><![CDATA[Ende unserer Rucksackreise ]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1297776190'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1297776190/thumbs/DSC02176.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Früher als geplant beenden wir nach fünf tollen Monaten unsere Rucksackreise. Ein letztes Mal zelebrieren wir das Ritual des Packens, das nach so langer Zeit fast automatisch funktioniert und schicken unsere zwei geruchsintensiven Rucksäcke mit Papa Frank nach Hause. Natürlich beenden wir an dieser Stelle nur das Backpacken! <br/>Zurück in Bangkok suchen wir als erstes ein Fahrradgeschäft auf, denn ab jetzt soll unsere Reise auf zwei Rädern fortgesetzt werden. Innerhalb von zwei Stunden ist der Kauf samt Montage getätigt und wir dürfen zwei schicke Mountainbikes unser Eigentum nennen. Behutsam und wahnsinnig stolz schieben wir unsere nagelneuen „TREK´s -Radel“ auf die Straße und testen in Bangkoks Feierabendverkehr ihre und unsere Fahrtauglichkeit.<br/><br/>Der Weg in den Norden ist noch weit und unsere Aufenthaltsberechtigung für Thailand neigt sich dem Ende zu. Mit einem historisch Zug, vor dem sich indische Züge längst nicht verstecken müssen, verkürzen wir die Fahrradstrecke nach Chiang Mai um 250 km und erreichen am ersten Tag Phitsanaluk. Abseits touristisch ausgetretener Pfade begeben wir uns auf Bettensuche und merken schnell, dass die von uns beherrschten Sprachen hier rein gar nicht gesprochen und verstanden werden. Es kostet uns vollen pantomimischen Einsatz bis wir endlich eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben. Zeitig fallen wir an diesem Abend in unsere Betten.<br/>Bei Sonnenaufgang radeln wir am nächten Tag durch saftig grüne Reisfelder und freuen uns auf unser großes Radreiseabenteuer, das somit beginnt.</div><br clear="both"/>  
  ]]></description>
  <pubDate>Tue, 15 Feb 2011 14:23:10 +0100</pubDate>
  <author><![CDATA[mschmitt]]></author>
  <category>news</category>
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  <title><![CDATA[Bangkok und Südthailand]]></title>
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  <description><![CDATA[
  <div style='float: left; width: 132px'><a href='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/?action=slideshow&id=1297003229'><img src='http://www.martin-schmitt.net/annemartinasien/data/1297003229/thumbs/100_3227.JPG' border='0' alt='' /></a></div><div style='float: left; width: 450px'>Am 15.01.2011 begeben wir uns unwissentlich auf eine Zeitreise von Mumbai nach Bangkok. Nach nur wenigen Stunden Flug landen wir im Jahr 2554 in Thailands Hauptstadt und dürfen uns auf ein weiteres baldiges Neujahrsfest in zwei Wochen freuen. Das Jahr des Hasen kommt angehoppelt. Der buddhistische Kalender dominiert hier vor dem gregorianischen und die ansässigen Chinesen feiern ihre Jahreswende „verspätet“, am 3. Februar. Ansonsten scheint alles anders aber normal. Willkommen im Land des Lächelns!<br/><br/>Im befürchteten „Moloch“ Bangkok erleben wir einen Kulturschock der angenehmen Art. Es ist sauber, keiner hupt oder verteilt seinen Rotz, den er vorher geräusch-vollst aus den Tiefen seines Körpers hoch gezogen hat, auf die Straße. Überall erhaschen wir ein freundliches Lächeln und Hilfe, wenn wir den fremdsprachigen Schilderwald nicht deuten können. Natürlich unentgeltlich und auf thailändisch, mit Händen und Füßen als Untertitel. Wir sehen im Gegensatz zu Indien wieder Frauen in der Öffentlichkeit. Sogar sehr viele, vermuten wir. Wer weiß das schon, wie viele Frauen Männer sind, oder früher welche waren. <br/><br/>Mit einem verblüfften Kopfschütteln entdecken wir Bangkok´s bekannteste Straße, die Khao San Road, in der man alles und jede Dienstleistung gegen Bares kaufen kann. Es herrscht Oktoberfeststimmung und Scharen schieben sich durch die breite verkehrsfreie Spaßmeile. <br/><br/>Nach zwei Nächten fliegen wir in das südliche Phuket und treffen uns dort mit Papa Frank (Gräfe) und Familie. Sie haben eine dreiwöchige Rundreise geplant und da wir schon einmal in Thailand und noch dazu flexibel sind, lassen wir uns ein Wiedersehen nicht entgehen.<br/>Zwei Wochen reisen wir gemeinsam von Insel zu Insel und kommen an traumhafte Orte, die wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer und umständlich erreicht hätten. Frech nutzen wir die Transportfahrten, die eigentlich nur für drei Personen bestellt waren und mit etwas Trinkgeld und einem Lächeln nimmt der Fahrer die Erklärung hin, dass wir eine „big family“ sind. <br/><br/>Unsere Rundreise beginnt in Khao Lak, wo wir in einer einfachsten Bambushütte direkt an einem der wunderschönen weißen Strände wohnen. Zu unserem Hütteninventar zählen Matratzen, ein Moskitonetz, ein Paar Mücken drum rum und ein Hütten-Kater, sonst nichts. In Khao Lak besuchen wir das Tsunamimuseum, welches nach der Zerstörung des Ortes an das traurige Erlebnis von 2004 erinnert. <br/>Nicht weniger exotisch wohnen wir in Baumhäusern, an unserem zweiten Stopp im Khao Sok Nationalpark. Hier endet unsere Festlandbesichtigung und es geht mit Booten weiter von einer Insel zur nächsten. Auf Ko Lanta treten wir ein Volleyballspiel mit und gegen die Einheimischen an. Neben den Zahlen auf Thai lernen wir auch, wie flink und lustig die Eingeborenen sind. <br/>Die nächste Halbinsel Rai Leh begrüßt uns mit einem Panorama, dass an den Film „The Beach“ erinnert und auch nicht weit von dort gedreht wurde. Die Kalksteinfelsen ragen in den bizarrsten Strukturen in den Himmel und sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch sehr beliebt bei Kletterfreunden. Wir buchen einen Halbtageskurs bei der ältesten Kletterschule der Insel. An der Anfängerwand 123 ist schon reger Betrieb. Für uns sieht es überlaufen aus, aber unser einheimischer Kletterlehrer klärt uns auf, dass es nicht so ist. Trotz der vielen Kletterer und Kletterschulen geht alles sehr harmonisch zu, so wie es in Thailand üblich ist. Um 13:00 sind wir froh, nur einen halben Tag gebucht zu haben, da unsere Arme schmerzen und der Nachmittagsregen bald einsetzt. Bei einer Kanufahrt erkunden die Höhlen mit den Tropfsteinen der Kalksteinfelsen und werden nicht nur von unten nass. <br/>Von dieser touristisch sehr erschlossenen Halbinsel geht es nach Yao Yai, dass sehr ursprünglich ist und auf dem wir nur sehr wenige Touristen antreffen. Es gibt gerade mal 5 Hotels. Mit uns landet ein Paar, dass nicht nur im falschen Ressort ist, sondern leider auch auf der falschen Insel. Ihnen ist der Transportfehler erst aufgefallen, als sie im Ressort verzweifelt den nicht vorhandenen Pool gesucht haben. Wenn alle nur Thai sprechen, kann das leicht mal passieren. <br/>Aber auch auf Englisch kommt es leicht zu Missverständnissen. Neben einem Massagesalon lockt ein Schild: 1 Kg für 40 Baht (ca. 1 Euro). Da kommen deutsche Bierbäuche nicht gut weg und die spindeldürren Thais freuen sich. Tatsächlich ist es aber das Schild von der Wäscherei nebenan. Wobei eine Kilopreisabrechnung bei Massagen gar nicht so abwegig wäre. Man braucht ja auch viel länger, je mehr Masse man zu bearbeiten hat. <br/><br/>Wir wohnen in einem hübschen Bungalow mit Ausblick aufs Meer und netten Personal, die richtige Umgebung für Annes Geburtstag. Das Personal schafft es sogar eine Geburtstagstorte von der Hauptstadt Phuket per Schiff kommen zu lassen. Am Morgen warten neben der Torte ein mit Blumen geschmückter Frühstückstisch, Geschenke und zwei Gemälde der thüringischen Künstlerin Luise. <br/>An dieser Stelle, herzlichen Dank auch für all die lieben und herzlichen Glückwünsche aus der Ferne!<br/><br/>Leider müssen wir auf Yao Yai auch Abschied feiern, denn unser Visa ist auf 30 Tage begrenzt und wir wollen den Norden Thailands sehen. Nach einer letzten gemeinsamen Bootstour nach Phuket trennen sich unsere Wege. Uns hat die Zeit sehr gefallen und vielleicht war es ja sogar schon der letzte Besuch aus der Heimat auf unserer Reise. </div><br clear="both"/>  
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  <pubDate>Sun, 06 Feb 2011 15:40:29 +0100</pubDate>
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